Bürgersolar und Fotovoltaik

Leserbrief zum Bericht "Salzlager bringt Strom" im Landkreisteil Münchner Merkur am 24.3.2010 vom 01.04.2010:

Um Missverständnisse zu vermeiden sollte zu Berichterstattung folgendes inhaltlich ergänzt werden. Die Idee für die PV Anlage auf der Salzhalle kommt übrigens nicht aus der Agenda 21 sondern aus dem Oberhachinger Umwelt- und Verkehrsausschuss. Die Agenda 21 hatte aber bei der Geburt der Gesellschaft einen erheblichen Anteil und begleitet die Aktivitäten der Oberhachinger bis heute.

Es ist richtig, dass es Verhandlungen um die Laufzeit des Vertrages mit der Gemeinde gab. Hierzu muss man wissen, dass die Anlage mit deutschen Qualitätsmodulen errichtet wird, die 25 Jahre Garantiezeit haben. Auch das Installationsunternehmen kommt aus Oberbayern. Deshalb will die Bürgersolar Oberhaching eine möglichst lange Laufzeit. Dies kommt auch der Gemeinde zugute, denn im Laufe der 25 Jahre führen die Gesellschafter ca. 17.000 Euro an die Gemeinde ab. Dies entspricht ca. 50% des Eigenkapitals! Die Gemeinde wird mit dem Geld soziale Projekte unterstützen. Bei diesen Verhandlungen erwies sich Bürgermeister Stefan Schelle meist als kooperativer Verhandlungspartner mit klarem Ergebnis. Herr Schelle hat die engagierten Oberhachinger aber nach bereits abgeschlossenen Verhandlungen mit neuen Ideen überrascht, so auch mit einem Eigentumsübergang an die Gemeinde. Das ist bei Projekten für Bürgersolaranlagen nicht nur unüblich, sondern berücksichtigt auch nicht, dass eben ein beträchtlicher Teil des erwirtschafteten Geldes den Bürgern zugute kommen wird. Die Bürgersolar Oberhaching GbR ist sehr zufrieden, dass 5 Oberhachinger Gemeinderäte dem Projekt mit ihren Stimmen die erforderliche Mehrheit verschafft haben und freuen sich, dass die Anlage nun auch verwirklicht werden kann.

Marcus Franklin,
Gemeinderat und Mitgesellschafter der Bürgersolar GbR Oberhaching.

Leserbrief zum Bericht "Votum gegen Fotovoltaik - Aus für Bürgersolaranlage auf Kindergartendach" im Landkreisteil Süddeutsche Zeitung am 12.05.2010 vom 14.05.2010:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

zum Artikel "Votum gegen Fotovoltaik; Aus für Bürgersolaranlage auf Kindergartendach", vom 12.05.2010 im Landkreisteil habe ich folgende Anmerkung zu machen:
Mit nicht zu beschreibender Befremdung musste ich die "Argumente" der CSU-Fraktionsmitglieder Andrea Killer und Josef Ücker zur Kenntnis nehmen, dass Fotovoltaik keine alternative Energie sei (weil sie andere Energiequellen nicht zuverlässig ersetzen könne), schon so viele Fotovoltaik-Anlagen in der Gemeinde seien und Unkenntnis besteht, ob Elektrosmog verursacht würde.

Liebe Frau Killer, wenn man Ihrer Ansicht glauben schenken würde, dass Fotovoltaik keine alternative Energie sei, dann gäbe es überhaupt keine alternative Energie. Sicherlich scheint Ihnen der Begriff "alternativ" (=regenerativ) in seiner Bedeutung nicht bekannt zu sein. Er bedeutet u.a., dass die Nutzung der gegenständlichen Energiequelle nicht zur Erschöpfung dieser Quelle beiträgt. Demnach vertreten Sie die Auffassung, dass die Kraft der Sonne endlich sei. Mit Verlaub, so alt werden Sie nicht Frau Killer! Und welche Energiequelle kann dann Ihrer Meinung nach die vorhandenen Energiequellen zuverlässig ersetzen?

Und Herr Ücker, Sie sollten ein Seminar für Baubiologie (Fachbereich Elektrosmog) besuchen. Dann würden Sie darüber Kenntnis erlangen, dass der "Elektrosmog" von Fotovoltaikanlagen wesentlich geringer ist, als der eines Radioweckers, der vielleicht auf Ihrem Nachtkästchen steht, oder die Nutzung eines Mobiltelefons. Ihr "Argument", dass in der Gemeinde "schon so viele" Fotovoltaikanlagen seien, und Sie daher offensichtlich gegen Fotovoltaik stimmen, kann unmöglich einen ernsten Hintergrund haben. Es sind viel zu wenige!

Insgesamt scheinen die beiden CSU-Vertreter dilettantisch nach fadenscheinigen "Argumenten" gegen Fotovoltaikanlagen zu suchen. Dass diese "Ansichten" auch noch verbreitet werden und als Grundlage für einen Beschluss dienen, schlägt dem Fass den Boden aus. Die Bürger Sauerlachs täten gut daran, solche Gemeinderäte nicht mehr zu wählen. Die Befürworter von Fotovoltaikanlagen seien hiermit ermutigt, "nicht locker zu lassen"!

Christian Streibel

Leserbrief zum Bericht "Votum gegen Fotovoltaik - Aus für Bürgersolaranlage auf Kindergartendach" im Landkreisteil Süddeutsche Zeitung am 12.05.2010 vom 13.05.2010:

 

Es gibt in der Kommunalpolitik sehr viele Themen, die eigentlich die jeweiligen Parteien und Wählergruppen einen sollten. Da gibt es auch Themen, die über die Gemeindegrenzen hinaus von allgemeinem Interesse und Bedeutung sind. Themen, die in der Entscheidungsfindung Selbstgänger sein sollten. Ein solches Thema ist der Betrieb von Fotovoltaikanlagen. Jeder von uns, jeder Bürger, egal welcher politischer Auffassung, egal aus welcher Landkreisgemeinde, sollte froh und dankbar sein für jede neue in Betrieb genommene Anlage. Weil damit ein aktiver Beitrag, nicht nur für uns alle, sondern auch für die nachkommenden Generationen geleistet wird.

Es ist entsetzlich ansehen zu müssen, mit welchen Argumenten die CSU Vertreter im Sauerlacher Gemeinderat ihre Ablehnung stützen. Von Elektrosmog will da CSU Rat Josef Ücker wissen. Fotovoltaik sei keine alternative Energie, da sie andere Energieformen nicht zuverlässig ersetzen könne, lässt uns CSU Rätin Andrea Killer wissen.
 
Die zusätzliche Elektrosmog-Belastung durch eine Fotovoltaikanlage ist, bei richtiger Ausführung, mehr als gering. Beispielsweise ist das magnetische Wechselfeld einer trafobetriebenen Halogenleuchte oder eines kleinen Radios neben dem Bett definitiv höher als die an einer Fotovoltaikanlage gemessenen Werte. Ich will Herrn Ücker gerne zugestehen, dass man eine derartige Vermutung durchaus haben kann,  aber Leute, dann macht Euch im Vorfeld einmal schlau, bevor Ihr da solchen Unsinn redet.  Niemand setzt auf Fotovoltaik alleine, sondern auf einen Mix aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse. Schon meine Kinder lernen in der Schule, dass Fotovoltaik nicht nur eine sinnvolle, sondern auch eine zwingend notwendige Ergänzung im Mix verschiedener Energiequellen ist.

Alle denen, die sich in Sauerlach für die weitere Verbreitung von Fotovoltaikanlagen einsetzen, Euch gebührt Lob und Unterstützung. Lasst Euch nicht entmutigen. Und was Eure CSU Räte betrifft, kann ich nur sagen: ABWÄHLEN!

Marcus Franklin

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