Leserbrief zum Thema „Hortpavillon dauerhaft unbrauchbar“

Münchner Merkur vom 15.3.2012

Jeder weiß, dass Schimmel dort entsteht, wo nur unzureichend gelüftet wird. Wer heute baut, egal ob privat oder im öffentlichen Bereich, wird ein Interesse daran haben, durch Wärmeschutzmaßnahmen Energie einzusparen. Das ist das Gute daran. Die zunehmende Isolierung von Gebäuden rückt aber auch gleichzeitig immer mehr die Notwendigkeit raumlufttechnischer Anlagen in den Vordergrund. Durch kontrollierte Be- und Entlüftung soll dabei für ein „gesundes“ Maß an hygienisch notwendiger Frischluftzufuhr gesorgt werden.

 

Im Falle des im Bajuwarenring neu gebauten Kindergartens hat man das in Oberhaching aus Kostengründen nicht berücksichtigen wollen. Die Konsequenzen dieser unverantwortlichen Ignoranz treten nun an anderer Stelle im Fall der Hortpavillons offen zu Tage. Dem betroffenen Personal ist hier absolut kein Vorwurf zu machen. Auch die offene und transparente Kommunikation des Oberhachinger Bürgermeisters war notwendig.

 

Die Vereinigten Freien Wähler Oberhaching hatten bereits im vergangenen Jahr, lange vor Bekanntwerden des Schimmelbefalls einen Antrag konzipiert, der zum Ziel hatte, in öffentlichen Gebäuden mittels mobiler Geräte wie Datenlogger CO2 Messungen durchführen zu können. Damit wäre u.a. unzweifelhaft feststellbar ob die jeweiligen Räumlichkeiten ausreichend belüftet sind oder nicht und damit auch feststellbar ob eine erhöhte Gefahr für Schimmelbefall besteht. Die Anschaffungskosten für derartige Geräte liegen je nach Hersteller bei etwa 250 €. Der Oberhachinger Bürgermeister Stefan Schelle hat diese beantragten Messungen nur wenige Wochen vor dem Fall der Hortpavillons in der Sitzung des Oberhachinger Bauausschuss strikt abgelehnt, ein unverzeihlicher Fehler, wie sich jetzt bestätigt. Die anwesenden Oberhachinger Gemeinderäte sind dieser Auffassung gefolgt und so wurden die von uns beantragten Messungen einstimmig abgelehnt. Da half es dann auch im Vorfeld nichts, dass ich dem Bauamtsleiter das Ansinnen des Antrages vor den Beratungen persönlich vorgetragen habe.

 

Es hat nun schon etwas bizarres, fast skandalöse Züge, wenn man nun zur Kenntnis nehmen muss, mit welchem Wohlwollen hierzu öffentlich berichtet wird. Bürgermeister Schelle scheut keine Mühen den Eltern öffentlichkeitswirksam die Konsequenzen des Umzuges zu erklären. Warum er aber präventive Messungen, die dazu beitragen können, auftretenden Schimmelbefall zu verhindern, derart konsequent abgelehnt hat, verschweigt er den Eltern der Kinder. Wenn wir in Oberhaching weiterhin so ignorant und selbstgefällig mit den Vorschlägen engagierter  Oberhachinger Eltern umgehen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich derartige Fälle wiederholen, von den gesundheitlichen und finanziellen Folgen ganz abgesehen.

 

Marcus Franklin

Gemeinderat und Vorsitzender der Vereinigten Freien Wähler Oberhaching e.V.

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